Schwierige Arbeitsbedingungen

Leider war das Durcheinander nicht dem Umzug geschuldet und vorübergehend.

Man stelle sich das so vor: beim Ankommen geht der Aufzug wieder mal nicht und es muß sich erst ein Wachmann mit Schlüssel finden, der mich zur anderen Seite des Gebäudes bringt und hochfährt. Erster Zwischenstopp im dritten Stock. Hier sind die Büros der Malteser und dort kann ich Winterjacke und Schal hinterlassen und den Cd-Player abholen. Dann das gleiche Spiel mit dem Aufzug: eine direkte Verbindung über eine Treppe gibt es nicht, um in den fünften Stock zu kommen. Deshalb muß ich dem Aufzug nehmen, der nur mit Schlüssel funktioniert (normalerweise kann man ohne Probleme nach oben fahren - zum Schutz der Kinder, die gerne mal an den Aufzügen spielen, geht es aber nicht abwärts). Endlich im fünften Stock angekommen, bitte ich den Wachmann, jemanden anzufunken, der mir den Raum aufschließt. Auf dem Weg zum Deutsch- und Musikzimmer sammle ich dann unterwegs die Kinder ein. Wenn es länger als fünf Minuten dauert, bis das Zimmer offen ist, nehmen wir schon mal am Boden vor der Tür Platz und veranstalten ein "Wunschkonzert". Während dessen sind viele kleine Hände an meiner Tasche und dem CD-Player. Wir müssen aufpassen, dass wir uns auf dem schmutzigen Boden nicht in Essensreste setzen und weil es schon mal bis zu einem Dutzend Kinder werden können, versperren wir den anderen Bewohnern natürlich den Durchgang. Ist der Raum dann endlich offen, muß ich erst mal umbauen, denn es stehen Schultische und -bänke herum. Eigentlich keine große Sache, leider fordern Tische und Bänke die Kinder zum Draufsitzen und -turnen auf und ich muß erst die Kleinen "herunterpflücken", bevor ich etwas verschieben kann. In der Zwischenzeit sind meine Arbeitsmaterialien unbeaufsichtigt und eine Aufforderung an die Kinder, sich kreativ zu betätigen (meine lederne iPad-Hülle hat viele Kugelschreiberverzierungen und meine Arbeitshefte sind bemalt und zerrissen). Bisher habe ich es vermieden Gitarre oder Akkordeon mitzubringen, weil mir meine Instrumente für diese Behandlung einfach zu schade sind. Das pädagogische Personal ist zu beschäftigt, um die Kinder zur Stunde zu begleiten und die Ehrenamtlichen, die manchmal teilnehmen, sprengen gelegentlich den Unterricht durch eigene Gespräche oder vorzeitiges Verlassen des Raumes (wodurch eine "Massenflucht" einsetzt).

 

Sind dann alle Umbauten getätigt und haben die Kinder Platz genommen, versuche ich, meine vorbereitete Stunde zu beginnen, kommt bestimmt noch ein Nachzügler, der die ganze Sitzordnung sprengt und Auseinandersetzungen untereinander auslöst. Manchmal werden mir auch knapp 2jährige von ihren Eltern reingeschoben, welche dann ganz schnell verschwunden sind, was eine mittlere Panik bei den Kleinen auslöst. Dann bin ich oder die großen Kinder mit Trösten beschäftigt oder mit der Organisation, wie man Eltern und Kind wieder vereinen könnte.

 

Die Stunde endet manchmal vorzeitig, weil plötzlich alle Hunger kriegen oder auf die Toilette müssen. Es bleiben dann vier oder fünf Kinder übrig, die die Gelegenheit nutzen, mich "allein" zu haben und dann auch nach ausgiebigem Singen, Spielen und Tanzen nicht wieder gehen möchten. Sie verstecken sich unter Tischen und Bänken und wollen partout nicht herauskommen. Der Raum wird aber wieder abgeschlossen und ich kann natürlich nicht gehen, bevor ich nicht sicher bin, dass alle draußen sind.

 

Dann wieder das Spiel mit den Aufzügen: zurück in den dritten Stock (quer durch den ehemaligen Küchentrakt) um meine Sachen zu holen. Weil im Musikzimmer am Heizkörper der Drehgriff abgebrochen wurde, wird der Raum volle Pulle aufgeheizt (zur Erinnerung ohne Fenster und Tageslicht). Ich habe mich darauf eingestellt und ziehe mich drum im Zwiebelprinzip an, wenn ich zum ICC fahre. Trotzdem bin ich hinterher komplett naß geschwitzt und durch die Heizungsluft halb ausgetrocknet. Die letzten Stockwerke nehme ich dann die Außentreppe, weils einfach schneller geht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Hyo Severino (Mittwoch, 01 Februar 2017 17:51)


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ist die Grundlage für Bildung

und Bildung

ist die Grundlage für

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Jedes Kind soll die

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bekommen,

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Berthold Auerbach (1812 - 1882)

 

 

 

 

 

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weiß nichts von seiner eigenen

 

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